{"id":20,"date":"2015-01-15T01:16:51","date_gmt":"2015-01-15T01:16:51","guid":{"rendered":"http:\/\/pt-in-ontario.de\/?page_id=20"},"modified":"2016-04-26T18:15:57","modified_gmt":"2016-04-26T18:15:57","slug":"akademisierung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/?page_id=20","title":{"rendered":"Akademisierung"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #000000;\"><strong>Inhalt dieser Seite<\/strong> &#8211; von unten nach oben <\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; <strong>Teil 4:<\/strong> Physiotherapy Education in Canada 1919 &#8211; 1944<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211;\u00a0 Ausflug in die Physiotherapieassistenz<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; <strong>Teil 3:<\/strong> Physiotherapie in Kanada \u2013 Inhalte der Ausbildung<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #000000;\">&#8211; <strong>Teil 1<\/strong> und <strong>Teil 2:<\/strong> Physiotherapie in Kanada \u2013 Eine Beschreibung<\/span><\/p>\n<p><strong>02.02.14<\/strong><\/p>\n<h3 style=\"text-align: left;\"><span style=\"color: #993300;\"><strong>Teil 4: Physiotherapy Education in Canada<br \/>\n1919 &#8211; 1944<\/strong><\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a01917 wurde in Kanada die erste Schule zur Ausbildung von Physiotherapeutinnen gegr\u00fcndet. Ziel war es, die pl\u00f6tzlich und unerwartet vielen kriegsverletzten Soldaten kurz und langfristig versorgen zu k\u00f6nnen. In Toronto wurde das <em>Hart House<\/em> mit elektro- und hydrotherapeutischem Material eingerichtet. Ebenso wurden Forschungsmittel bereitgestellt. Enid Graham war Mitinitiatorin und eine der Pioniere. Sie unterrichtete bereits im I. Weltkrieg rehabilitative Techniken. Als Pr\u00e4sidentin der Canadian Physiotherpy Assossiation (CPA) war sie 25 Jahre lang eine der gr\u00f6\u00dften Unterst\u00fctzerinnen der Profession Physiotherapy.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ausbildung zur Physiotherapeutin dauerte 6 Monate. Zu den Trainingskursen geh\u00f6rten Massagen, Muskelfunktionstraining, physikalisches Training und ergonomisches Training bzw. berufliche Rehabilitation, welches in den Kriegsjahren neu entwickelt wurde. Die ersten Sch\u00fclerinnen beendeten 1919 erfolgreich ihre Ausbildung und wurden sofort in den Arbeitsprozess der Hospit\u00e4ler integriert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Qualit\u00e4t der Lehre sicher zu stellen, wurden Supervisionen und spezielle Trainingsprogramme mit den und durch die Physiotherapie-Lehrenden durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Hand voll engagierter Frauen aus der Physiotherapie-Lehre brachte die professionelle Identit\u00e4t der Physiotherapie voran. Das einige der Wegbereiterinnen mit \u00c4rzten verheiratet waren, verschaffte Unterst\u00fctzung im Professionalisierungsprozess finanzielle und ideelle. Die breit aufgestellte Arbeitsgruppe (verschiedene Fachbereiche der Medizin, des Milit\u00e4rs und der PT) standardisierte, formalisierte, kontrollierte und \u00fcberwacht das Ausbildungsprogramm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn der <em>bennefit of Physiotherapy<\/em> in den fr\u00fchen Jahren des 19 Jhd. noch nicht so anerkannt war, so schafften es einige wenige Physiotherapeutinnen mit innovativen Ideen in das medizinische Feld einzudringen. Ein Pionier war z.B. Esther Asplet, die 1909 Montreal aus England erreichte und im Montreal General Hospital um die Aufmerksamkeit des dort arbeitenden \u201eschroffen Milit\u00e4rarztes\u201c warb. Seine Frage, was er f\u00fcr sie tun k\u00f6nne, erwiderte die junge Frau selbstbewusst damit, \u201e \u2026 dass sie gekommen sei, um zu sehen, was sie f\u00fcr ihn tun kann!\u201c Letztendlich verbrachte Mrs. Asplet eine lange, erfolgreiche Kariere in Montreal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So entstand in den Jahren nach 1917 eine Ideologie der Physiotherapie, die sich zu ethischen und sozialen Fragestellungen positionieren konnte. Dieser Fortschritt sollte gesellschaftliche Akzeptanz schaffen und ein theoretisches und praktisches Fundament bieten, auf dem sich die Profession Physiotherapie entwickeln konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu dieser Zeit wurden s\u00e4mtliche Bildungsangebote durch die professionellen Verb\u00e4nde (sicher vorwiegend Medizin, leider gibt es keine Angaben dazu) streng kontrolliert und lizensiert. Die rigorose Kontrolle und die Verbesserung der Bildungsangebote verfolgen eine einzige Strategie: die Ausbildung der Physiotherapie an die Universit\u00e4t zu bringen. Eine Kultur der Professionalit\u00e4t sollte geschaffen werden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <em>Canadian Physiotherapy Association<\/em> (CPA) entstand 1919 aus dem Zusammenschluss zweier aktiver Verb\u00e4nde aus Toronto und Montreal. Durch die CPA erfolgte eine intensive Kampagne, die die Aufnahme in diese Organisation einschr\u00e4nkte und kontrollierte<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Dies wurde bewerkstelligt \u2026<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>durch Gesetze, die die Anmeldung und die Lizenzvergabe zur Berufsaus\u00fcbung Physiotherapie staatlich kontrollierte und<\/li>\n<li>durch ein akademisches Curriculum, das die Basis f\u00fcr die Ausbildung in Universit\u00e4ten war.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hauptanliegen der CPA war es, den Status von Personen, die sich in der Praxis mit Massage<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> und rehabilitierenden Ma\u00dfnahmen unter medizinischer Supervision befassten, zu unterst\u00fctzen und zu verbessern. Um den formalen Anspruch gerecht zu werden, wurden in die Satzung des Verbandes ethische Prinzipien formuliert, an die sich die Mitgliederinnen halten mussten. Jedoch waren die Physiotherapeutinnen zu dieser Zeit noch weisungsgebunden und durften ihre Behandlungen nur \u201eunder medical direction\u201c durchf\u00fchren. Da Interdisziplinarit\u00e4t zwischen \u00c4rzten und Physiotherapeutinnen bereits w\u00e4hrend des Krieges existierte, entsprach dies der bisher gelebten Arbeitsweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter der harten formalen Selbstregierung gewann der Verband f\u00fcr seine Interessen zunehmend \u00e4rztliche Verb\u00fcndete. Immer jedoch unter der Voraussetzung, dass die Graduierten weitere spezielle Trainingskurse (z.B. physical medicine und ocupational therapy) in den Ausbildungsprogrammen absolvieren sollten. Konzeptionen und Implementierungen der Kurse wurden von ihnen fachlich begleitet und teilweise sogar finanziert. Gleichzeitig wurden Postgraduiertenkurse organisiert und durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Ausbildung klinischer Praktikerinnen an den Universit\u00e4ten, hat die Profession Physiotherapie signalisiert, dass PhysiotherapeutInnen Kompetenzen haben m\u00fcssen, die unbedingt notwendig sind, um Verantwortung in der Rolle als <em>primary practitioner<\/em> \u00fcbernehmen und erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Zwischen den Jahren 1933 und 1944 wurden 340 qualifizierte Physiotherapeutinnen ausgebildet, von denen sich 138 freiwillig f\u00fcr den Auslandsdienst meldeten. Sie wurden bezahlt und erhielten die gleichen Privilegien, wie m\u00e4nnlichen Probanden gleichen Ranges.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> 65 Mitgliederinnen im Jahr 1927<br \/>\n113 Mitgliederinnen im Jahr 1932<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Therapeutinnen, die ausschlie\u00dflich Massagen praktizierten (unskilled rubber) wurden nicht in den Reformprozess integriert.<\/p>\n<p><strong>Literatur:<\/strong><br \/>\nHistory of Education Society<br \/>\n&#8211; <a title=\"History of Education\" href=\"http:\/\/pt-in-ontario.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/History-of-Education.pdf\">Ruby Heap<\/a>, Training Women for a New &#8222;Women&#8217;s Profession&#8220;: Physiotherapy Education at the University of Toronto, 1917-40<br \/>\n&#8211;\u00a0 <a title=\"Physiotherapy-Leadership\" href=\"http:\/\/pt-in-ontario.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/PT\u2014Leadership-and-Opportunities.pdf\">Joan M. Cleather<\/a>, Physiotherapy\u2014Leadership and Opportunities In 2008 ENID GRAHAM MEMORIAL LECTURE<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>28.11.14<\/strong><br \/>\nKleiner Ausflug zu den <a title=\"Was machen PTAs?\" href=\"http:\/\/pt-in-ontario.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Aufgaben-PTA.pdf\"><span style=\"color: #3366ff;\"><strong>Physiotherapie Assistenten <\/strong><\/span><span style=\"color: #333333;\">(PTA)<\/span><\/a>. Diese Berufsgruppe entstand vor etwa 25 Jahren und ist mit der geschichtlichen Entwicklung hin zur\u00a0 Akademisierung der Physiotherapie eng verkn\u00fcpft. <span style=\"color: #333333;\">Die Ausf\u00fchrungen treffen zum gro\u00dfen Teil auch auf <span style=\"color: #993300;\"><strong>Occupational Therapist Assitenten<\/strong><\/span> (OTA) zu.<\/span><\/p>\n<p><strong>24.11.14<\/strong><\/p>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Teil 3: Physiotherapie in Kanada \u2013 Inhalte der Ausbildung<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<p>In der Ausbildung der <span style=\"color: #993300;\"><strong>Students of Physical-Therapy<\/strong><\/span> bekommt das Thema <span style=\"color: #993300;\"><strong>Zusammenarbeit<\/strong><\/span> eine besondere Bedeutung. T\u00e4gliche Teamarbeit der Gesundheitsberufe \u00fcber die eigenen Berufsgruppe hinaus und deren fachlicher Austausch geh\u00f6ren zu den<span style=\"color: #993300;\"><strong> ethischen Grunds\u00e4tzen der Professionen im Gesundheitswesen<\/strong>.<\/span><\/p>\n<p><em>\u201cTeamwork is the ability to work together toward a common vision, the ability to direct individual accomplishments toward organizational objectives. It is the fuel that allows common people to achieve uncommon results.\u201d <\/em>Andrew Carnegie<\/p>\n<p>Alle Aktivit\u00e4ten im Behandlungsprozess der PhysiotherapeutInnen am Patienten sind auf einen qualitativ hochwertigen, patientenzentrierten Service ausgerichtet. Ausgehend davon, dass menschliche (Be-) Handlungen St\u00f6rfaktoren z.B. kommunikative Schwierigkeiten unterliegen ist der Behandlungserfolg und die Zufriedenheit der PatientInnen von einem excellenten Service abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Um die St\u00f6rfaktoren so gering und die Qualit\u00e4t der Outcomes so hoch wie m\u00f6glich zu halten, werden die Studierenden in ihren Kompetenzen \u00fcber die eigene Berufsgruppe hinweg auf vielf\u00e4ltige Wiese geschult. Zu Schl\u00fcsselkompetenzen z\u00e4hlen hierbei <span style=\"color: #993300;\"><strong>Kommunikation<\/strong><\/span> und <span style=\"color: #993300;\"><strong>Kollaboration<\/strong><\/span>.<\/p>\n<p>Im Masterprogramm werden den Studierenden der Physical-Therapy differenzierte, kommunikative Kenntnisse vermittelt. Ebenso wird die Notwendigkeit der Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen eindringlich verdeutlicht und aufgezeigt, wie interprofessionelle Teams effektiv miteinander arbeiten.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #993300;\">Essential Competences of Physicaltherapists in Canada<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Communicator:<\/strong><br \/>\nPhysiotherapists use effective communication to develop professional relationships with clients, families, care providers, and other stakeholders.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>for instance<\/em>: Develops, builds, and maintains rapport, trust, and ethical professional relationships through effective communication.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Collaborator:<\/strong><br \/>\nPhysiotherapists work collaboratively and effectively to promote interprofessional practice and achieve optimal client care<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>for instance<\/em>: Establishes and maintains interprofessional relationships, which foster effective client-centered collaboration.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #993300;\">Literatur:<\/span><\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Canadian Physiotherapy Association \u2013 Code of Ethics (referral to other health care providers) <a href=\"http:\/\/www.physiotherapy.ca\/\">www.physiotherapy.ca<\/a><\/li>\n<li>College of Physiotherapists of Manitoba, Practice Statement, Concurrent Care by a Physiotherapist <a href=\"http:\/\/www.manitobaphysio.com\/wp-content\/uploads\/4PS2-Concurrent-Care.pdf\">http:\/\/<\/a><a href=\"http:\/\/www.manitobaphysio.com\/wp-content\/uploads\/4PS2-Concurrent-Care.pdf\">www.manitobaphysio.com\/wp-content\/uploads\/4PS2-Concurrent-Care.pdf<\/a><\/li>\n<li>College of Physiotherapists of Ontario, Standards for Professional Practice, Concurrent Treatment of a patient by a PT and another HCP, Practice Advice, Referring to other professionals <a href=\"http:\/\/www.collegept.org\/\">www.collegept.org<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>14.11.14<\/p>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Teil 2: Physiotherapie in Kanada \u2013 Eine Beschreibung<\/span><\/h3>\n<p>Folgende Ausf\u00fchrungen beziehen sich auf ein Statement der <strong><a title=\"CPA\" href=\"http:\/\/www.physiotherapy.ca\/Home\">Canadian Physiotherapy Association<\/a><\/strong> (PDF-Link am Ende des Artikels). Kurz gehe ich auf das Verst\u00e4ndnis von <em>Profession<\/em> ein. Die \u00dcbersetzung des Textes ins Deutsche lehnt sich im Wesentlichen an den englichen Artikel an, ist aber nicht Wort-w\u00f6rtlich \u00fcbersetzt. Das tr\u00e4gt hoffentlich zum besseren Verst\u00e4ndnis bei.<\/p>\n<h3>Evidence-Informed Practice in der kanadischen Physiotherapie<\/h3>\n<p>Die Profession Physiotherapie in Kanada entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer Praxis, die sich in erster Linie an evidenzbasierten Daten orientiert. Ihr Ziel ist es, Diagnosen und Behandlungen durch wachsende wissenschaftliche Fundierung sicher zu stellen (Portney 2004). \u00a0Die Bezeichnung <em>Physiotherapie als Profession<\/em> beschreibt hierbei spezifische Kriterien, die sich auf das berufliche Handeln und ein berufliches Selbstverst\u00e4ndnis beziehen. Charakteristiken der Profession Physiotherapie in Kanada sind z.B. Dienstleistungen nach gesellschaftlich relevanten Wertvorstellungen unter Ber\u00fccksichtigung ethischer Aspekte (Purtilo 1993). \u00a0Dieser Fokus spiegelt sich vor allem in der Anwendung evidenz-basierter Behandlungen wieder, der insbesondere die Bed\u00fcrfnisse und Werte der PatientInnen ber\u00fccksichtigt (Sackett 1996). In der Praxis gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen PatientIn und TherapeutIn innerhalb eines klinischen Entscheidungsprozesses. Dieser hat den Anspruch alle zur Verf\u00fcgung stehenden Evidenzen zu integrieren, die klinische Expertise der PhysiotherapeutInnen einzubringen, sowie die Werte und Bed\u00fcrfnisse der PatientInnen zu inkludieren. Dieser Prozess wird als <em>evidenced-informed decision making<\/em> bezeichnet (Portney, 2004).<\/p>\n<h3>Was bedeutet evidenced-informed decision making?<\/h3>\n<p>PhysiotherapeutInnen beziehen ihr auf empirische Belege gest\u00fctztes Wissen in den Behandlungsprozess am Patienten ein. Dabei entscheiden sie gemeinsam <span style=\"color: #993300;\"><strong>mit<\/strong><\/span> den PatientInnen, was aktuell f\u00fcr die\/den Patienten am wirkungsvollsten ist.<\/p>\n<ul>\n<li>Die PhysiotherapeutInnen stellen sich klinisch relevante Fragen,<\/li>\n<li>greifen zur Beantwortung dieser auf wissenschaftliche Literatur zur\u00fcck,<\/li>\n<li>werten die Antworten aus und interpretieren sie.<\/li>\n<li>Der Recherche folgend integrieren sie ihre Erkenntnisse in ihre klinische Praxis.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dabei ber\u00fccksichtigen sie die klinischen Settings und die Bed\u00fcrfnisse der PatientInnen. Ebenso werden die verwendeten wissenschaftlichen Arbeiten auf Inkonsistenz und Vollst\u00e4ndigkeit gepr\u00fcft. Kanadische PhysiotherapeutInnen sind angehalten Studien zu reflektieren und mit ihren eigenen klinischen Erfahrungen zu evaluieren. Hierbei wird nicht au\u00dfer Acht gelassen, dass evidenz-informiertes Wissen limitiert ist. Evidenz allein reicht nicht aus, klinische Entscheidungen zu treffen (Portney 2004). Grauzonen zwischen (objektiven) Beweisen und vereinzelten klinischen Situationen m\u00fcssen von den TherapeutInnen erkannt und reflektiert werden. Umso mehr muss die\/der PhysiotherapeutIn mit all ihrer\/seiner klinischen Expertise, unter Ber\u00fccksichtigung der Werte und W\u00fcnsche der PatientInnen, ein diagnostisches Bild und einen optimalen individuellen Behandlungsplan entwerfen (Naylor 1995).<\/p>\n<p>Zur Verbesserung der Integration von evidenz-basiertem Wissen werden PhysiotherapeutInnen ermutigt, sich mit Forschungsstudien zu besch\u00e4ftigen, Strategien im Umgang mit den Ergebnissen zu erlernen und das Wissen in den Behandlungsprozess mit dem Patienten einflie\u00dfen zu lassen (Macdermid 2009).<\/p>\n<p>Das Prinzip des <em>evidenced-informed decicion making <\/em>kann mit Blick auf die Profession Physiotherapie in Kanada als <em>Spiegel des Systems und der Form der medizinischen Versorgung<\/em> wirksam sein (CPA 2008).<\/p>\n<h3>Literatur<\/h3>\n<p>Canadian Physiotherapy Association, Position Statemet \u2013 Evidence-Informed Practice in Physiotherapy, 2009 and 2012<\/p>\n<p>Macdermind JC, Graham ID. Knowledge translation: putting the \u201cpractice\u201d in evidence-based practice. Hand Clinics. 2009;25(1):125-143<\/p>\n<p>Naylor DC.Grey zones of clinical practice: some limits to evidence-based medicin. The Lancet. 1995;345:840-842<\/p>\n<p>Portney LG., Evidence-based practice and clinical decision making: it\u00b4s not just the reseach course anymore. Journal of Physical Therapy Education. 2004;18(3):46-51<\/p>\n<p>Sackett DL, Rosenberg WMC, Gray JMA, Haynes RB, Richardson WS. Evidence-based medicine: what it is and what it isn\u00b4t.BMJ. 1996;312:71-2<\/p>\n<p>Wer das ganze im Original lesen m\u00f6chte, kann auf folgenden Link zugreifen. <a href=\"http:\/\/pnk44.blogg.de\/files\/2014\/10\/Evidence-Informed-Practice-Position-Statement-English.pdf\">Evidence-Informed-Practice-Position-Statement-English<\/a><\/p>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Teil 1: Physiotherapie in Kanada \u2013 Eine Beschreibung<\/span><\/h3>\n<p>Im Zentrum physiotherapeutischer Aktivit\u00e4ten in Kanada stehen Bewegungen und Funktionen des menschlichen K\u00f6rpers. PhysiotherapeutInnen arbeiten und handeln <strong><span style=\"color: #993300;\">interaktiv am und mit<\/span><\/strong> PatietInnen. Sie bieten ihren Service als Erstkontakt (also ohne vorherigen Besuch beim Arzt) innerhalb des medizinischen Versorgungssystems in Kanada an und arbeiten damit unabh\u00e4ngig von \u00e4rztlichen Verschreibungen und somit auch von deren Budgets.<\/p>\n<p>Dieser Erstkontakt verpflichtet die Profession zu einem hoch-qualitativen, Klienten-zentrieten Service. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, erfolgt die Ausbildung an Universit\u00e4ten. Diese bieten den Studierenden ein Bildungsprogramm an, das sich auf dem neuesten Stand physiotherapeutischer und therapie-relevanter Forschung st\u00fctzt. Mit der Ausrichtung an einer evidenzbasierten Ausbildung verstehen sich die kanadischen PhysiotherapeutInnen als eine Gesundheitsprofession, die sichere, qualitativ-hochwertige Klienten-zentrierte Therapie anbietet.<\/p>\n<p>Der physiotherapeutische Direktzuganges beinhaltet ebenso einen breiten Services, wie zum Beispiel Programme zu Wellness, Gesundheitsf\u00f6rderung und Pr\u00e4vention, Akutversorgung und Rehabilitation, sowie Angebote f\u00fcr Menschen mit besonderen Bed\u00fcrfnissen, Krankheitsmanagement, personelle Ressourcen und Informationsmaterial. Leichte und barrierefreie Zug\u00e4nglichkeit ist ein Grundsatz der Physiotherapie. Trotz aller bisherigen qualitativ-hochwertigen Standards physiotherapeutischer Angebote haben es sich die PTs zur Aufgabe gemacht, ihre M\u00f6glichkeiten kontinuierlich weiter zu entwickeln. F\u00fcr die kanadische Physiotherapie gelten deshalb, Effektivit\u00e4t und Service, verst\u00e4rkt der auf die Bed\u00fcrfnisse und Erfordernisse der Bev\u00f6lkerung auszurichten und die medizinischen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr PatientInnen im Gesundheitssystem weiter zu verbessern.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Der Kanadische-Physiotherapie-Verband (CPA) beschreibt eine Reihe von Annahmen, die Grundlagen f\u00fcr weitere Beschreibungen sind:<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>PhysiotherapeutInnen sind zu Klienten-zentriertem Service verpflichtet. Dieser beinhaltet Respekt der <strong>Autonomie<\/strong> und <strong>W\u00fcrde<\/strong> der Empf\u00e4ngerInnen. PhysiotherapeutInnen sind an die ethischen Prinzipien <strong>Integrit\u00e4t, Verantwortung <\/strong>und einer <strong>klinischen Beurteilung im besten Sinne des Klienten.<\/strong> Physiotherapeuten handeln im Rahmen des Berufsgesetzes.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>PT ist eine anerkannte Gesundheitsprofession, die neues <strong>Wissen der Forschung<\/strong> kritisch bewertet und dieses in Aus- und Weiterbildung, sowie in die t\u00e4gliche Praxis integriert.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Ein\/e PhysiotherapeutIn sollte ein <strong>variantenreiches Setting<\/strong> bereitstellen, das Wellness, Pr\u00e4vention, Akutbehandlungen, Vorsorge und Rehabilitation f\u00fcr Klienten allen Alters und f\u00fcr Menschen mit besonderen Bed\u00fcrfnissen beinhaltet.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>PhysiotherapeutInnen <strong>praktizieren unabh\u00e4ngig<\/strong> von \u00e4rztlicher Anleitung und <strong>beurteilen professionell<\/strong> in einzigartigen, komplexen und unsicheren Situationen. Ihr Service ist darauf ausgerichtet optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen und die zur Verf\u00fcgung stehenden Ressourcen effizient und sicher zu nutzen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>PhysiotherapeutInnen handeln als <strong>Mitglieder und Begleiter von Gesundheitsteams<\/strong> (interprofessionellen Teams). Sie tragen Verantwortung, respektieren ihre Teammitglieder und stehen ihren PatientInnen als F\u00fcrsprecher zur Seite.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Konkrete Aufgaben der PhysiotherapeutInnen umfassen:<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Befunderhebung am Patienten <\/strong>mit akuten und\/oder chronischen Beeintr\u00e4chtigungen, Schmerzen, funktionellen Einschr\u00e4nkungen, k\u00f6rperlichen Behinderungen oder anderen gesundheitsrelevanten Gegebenheiten. Zur Befunderhebung geh\u00f6ren: detaillierte Anamnese, Durchf\u00fchrungen von spezifischen Tests und Screenings, Bewertung der Befunde, Feststellung von Diagnosen, kontinuierliche Kontrolle und Beobachtung der PatientInnen im Behandlungsverlauf.<\/li>\n<li><strong>Analyse der Befunde<\/strong>, um Art und Umfang der Beeintr\u00e4chtigung, Einschr\u00e4nkung der Aktivit\u00e4t und Teilnahme an sozialem Leben des Patienten zu beurteilen.<\/li>\n<li><strong>Diagnose und Bewertung der Ergebnisse<\/strong>, um daraus resultierende klinische Schlussfolgerungen zu ziehen, den Patienten in ihren\/seinen funktionellen Bed\u00fcrfnissen zu unterst\u00fctzen und ihr\/sein Potential zu entwickeln.<\/li>\n<li><strong>Planung einer Interventionsstrategie<\/strong>, die mit den Zielen der Klienten \u00fcbereinstimmt und die den Gesundheitszustand und die Funktionalit\u00e4t der PatientInnen verbessert. Die Beurteilung und Bewertung der Ergebnisse beinhaltet die Anwendung ausgew\u00e4hlter evidenzbasierter physiotherapeutischer Ans\u00e4tze und Techniken.<\/li>\n<li><strong>Implementierung ausgew\u00e4hlter Interventionen, <\/strong>mit den Zielen: \u00a7 Schmerzen zu verringern, \u00a7 Mobilit\u00e4t, Gesundheit und Fitness zu erhalten und\/oder zu verbessern, \u00a7 funktionelle Unabh\u00e4ngigkeit und k\u00f6rperliche (Arbeits-)Leistungsf\u00e4higkeit zu erhalten und\/oder zu verbessern, \u00a7 Management im Umgang mit den identifizierten Beeintr\u00e4chtigungen bzw. Behinderungen \u00a7 Management zur Verbesserung der sozialen Partizipation (falls erforderlich).<\/li>\n<li><strong>Evaluation des Gesundheitszustandes<\/strong> unter Verwendung geeigneter Messmethoden, kontinuierliche \u00dcberwachung der Ergebnisse einschlie\u00dflich einer Pr\u00fcfung der Wirksamkeit physiotherapeutischer Interventionen.<\/li>\n<li><strong>Schulung und Unterweisung <\/strong>anderer Gesundheitsprofessionen, der \u00d6ffentlichkeit, sowie der PatientInnen und ihrer Familien mit der Intention Wissen weiter zu geben, das die PatientInnen dabei unterst\u00fctzt ihre F\u00e4higkeiten hin zu gr\u00f6\u00dft m\u00f6glicher Unabh\u00e4ngigkeit zu entwickeln.<\/li>\n<li><strong>Forschung<\/strong>, kritische Beurteilung von Forschungsergebnissen, sowie die Teilnahme an Forschungsaktivit\u00e4ten<strong><strong>.<\/strong><\/strong><\/li>\n<li><strong>Service-Management <\/strong>beinhaltet Planung, Organisation und \u00dcberwachung von physiotherapeutischen Leistungen, ebenso das Management von Ressourcen zu effektiven Nutzung.<\/li>\n<li><strong>Kommunikation<\/strong> mit Klienten, Teammitgliedern und anderen Akteuren, um die Zusammenarbeit zu erleichtern, gemeinsam L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten zu finden und den Service zu koordinieren.<\/li>\n<li><strong>F\u00fcrsprecher<\/strong> der Klienten, um deren Versorgung innerhalb des Gesundheitswesens kontinuierlich zu verbessern. Vertretung der eigenen Berufsgruppe, um Konzepte zur Gesundheitsf\u00f6rderung und Pr\u00e4vention weiter voran zu treiben.<\/li>\n<li style=\"text-align: left;\"><strong>Lebenslanges Lernen<\/strong>, um die eigenen Kenntnisse und F\u00e4higkeiten kontinuierlich weiter zu entwickeln und optimale Ergebnisse f\u00fcr die Klienten zu erzielen.<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Beispiele f\u00fcr Hands-on-techniken sind &#8230;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>Manuellen Therapietechniken, Massagen, spinale und periphere Gelenkmobilisation und Manipulation<\/li>\n<li>Elektrotherapie<\/li>\n<li>Trainingstherapie<\/li>\n<li>Akupunktur<\/li>\n<li>Kardiorespiratorische Techniken, einschlie\u00dflich Atemwegs Clearance Methoden.<\/li>\n<li>Haut- und Wundversorgung<\/li>\n<\/ul>\n<h3><span style=\"color: #800000;\">Beispiele f\u00fcr Hands-off-techniken sind &#8230;<br \/>\n<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li>Arbeitsplatzberatung und Arbeitsplatzplanung<\/li>\n<li>Verschreibung und Anwendung von unterst\u00fctzenden und sch\u00fctzenden Ger\u00e4te<\/li>\n<li>Umweltver\u00e4nderungen, die auf die Beseitigung von Hindernissen gerichtet sind<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt dieser Seite &#8211; von unten nach oben &#8211; Teil 4: Physiotherapy Education in Canada 1919 &#8211; 1944 &#8211;\u00a0 Ausflug in die Physiotherapieassistenz &#8211; Teil 3: Physiotherapie in Kanada \u2013 Inhalte der Ausbildung &#8211; Teil 1 und Teil 2: Physiotherapie in Kanada \u2013 Eine Beschreibung 02.02.14 Teil 4: Physiotherapy Education in Canada 1919 &#8211; 1944 &hellip; <a href=\"https:\/\/pt-in-ontario.de\/?page_id=20\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Akademisierung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-20","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=20"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":748,"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/20\/revisions\/748"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pt-in-ontario.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=20"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}